Neues zur Elektroautomobilität

15.02.2019

Pratteln wird zur Supertankstelle: 24 neue «Supercharger» für Elektro-Autos, weitere folgen

 

Pratteln soll künftig ein Hotspot für Elektroautos werden. Den Anfang macht Autohersteller Tesla mit 24 neuen Schnell-Ladestationen beim Aquabasilea.

 

Rund um das Prattler Erlebnisbad Aquabasilea werden wohl künftig noch mehr Elektro-Autos kurven. Der US-Hersteller Tesla will seine vier bisherigen Ladestationen, sogenannte «Supercharger», auf 28 erweitern. Dies geht aus einem Baugesuch hervor, das kürzlich publiziert worden ist. Das Projekt ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das geplante Projekt der Elektra Baselland (EBL): Das Energieunternehmen will in der Gemeinde die grösste E-Ladestation Europas errichten, mit 280 Säulen und 23'000 Quadratmetern Nutzfläche (die bz berichtete).

Laden unter einer Stunde

Der Standort Pratteln, direkt an der Fernverkehrsachse mit täglich 130'000 Fahrzeugen, ist dafür ideal. Im vergangenen Sommer hiess es seitens der EBL, der Bau solle bis 2023 abgeschlossen sein. Damals fehlten jedoch noch die Geldgeber, welche die nötigen Investitionen von 50 bis 70 Millionen Franken tätigen wollen.

Der Prattler Gemeindepräsident Stephan Burgunder freut sich über die Entwicklung. Man sei stolz auf die Vorreiterrolle, die Pratteln einnehme. «Ebenfalls muss man betonen, dass beim neuen Projekt von Tesla weder Land noch Strom subventioniert werden. Das zeigt, dass der Markt dafür bereit ist.»

Anders als das EBL-Vorhaben ist das Projekt von Tesla bereits konkret; die geplanten Ladestationen und eine Trafostation, die den nötigen Strom liefern soll, sind ausgesteckt. Dies geht aus einem Eintrag auf dem Schweizer Tesla-Blog «s3xy.ch» hervor. Der Autor freut sich darüber, dass an den Ladestationen auch Abfalleimer aufgestellt werden sollen, «was an vielen Superchargern vermisst wird».

Weil die neuen Ladeplätze in einer Naturschutzzone gebaut würden, habe Tesla die Auflage bekommen, die gleiche Fläche in der Umgebung wieder aufzuwerten, heisst es weiter. Tesla wolle dazu auf der gleichen Parzelle einen kleinen Teich ausheben und Büsche pflanzen.

Nur Teslas können laden

Der Standort beim Aquabasilea wurde gemäss Stephan Burgunder gewählt, weil Autobahn-Anschluss und Hotel in unmittelbarer Nähe sind. «Ebenfalls hat man hier während des Ladens verschiedene Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben.» An den neuen Supercharger-Stationen dauert das Aufladen in der Regel weniger als eine Stunde. Zu Hause in der Garage braucht es dazu bis zu zwölf Stunden.

Der Nachteil der Tesla-Stationen: Sie funktionieren nur bei Autos der eigenen Marke. Elektro-Fahrzeuge anderer Hersteller müssen sich mit einer kleineren Ladestation auf der anderen Seite des Erlebnisbads begnügen. Gemeindepräsident Burgunder hofft, dass sich die Autoindustrie künftig vermehrt darum bemüht, die Ladestationen zu vereinheitlichen.

Gemäss der Website von Tesla gibt es in der Schweiz bis heute 18 Supercharger-Stationen, einige weitere Standorte sind geplant. Ein Vergleich zeigt: Mit 28 Ladesäulen entsteht neben dem Aqua Basilea die bei weitem grösste Ladestation im Land.

Werden in Pratteln in ein paar Jahren nur noch Elektroautos anzutreffen sein? Trotz der Vorreiterrolle will sich Burgunder nicht ohne Vorbehalt für Elektroautos aussprechen. «Man muss den Verbrauch aller Ressourcen – von der Herstellung bis zur Entsorgung – betrachten.» Es gebe noch kritische Punkte, zum Beispiel, was die Batterien angeht.

Quelle: Alice Guldimann - bz Basellandschaftliche Zeitung


01.02.2019

Wer gewinnt das Elektroauto-Rennen? Tesla, VW – oder Google?

 

VW setzt auf eine neue Plattform, Google auf ein neues System: Die Autoindustrie steht vor einer Revolution.

 

So, du glaubst also immer noch, Google sei ein IT-Unternehmen? Dann kennst du wahrscheinlich Waymo nicht. Wie Google ist dieses Unternehmen eine Tochter der Alphabet-Mutter – und es gilt als Zukunft der Autoindustrie.

Die Investmentbank Morgan Stanley schätzt den Wert von Waymo bereits auf 70 Milliarden Dollar, ungefähr gleich hoch wie VW, der grösste Autokonzern der Welt.

Aber der Reihe nach:

«Ich glaube, dass ein riesiges virtuelles Netzwerk von tausenden von Kleinunternehmen letztlich obsiegen wird. Gemeinsam werden sie jeden Monolithen in die Knie zwingen.»

Bob Lutz

Die «Financial Times» hat in zwei längeren Artikeln die Zukunft der Autoindustrie unter die Lupe genommen und ist dabei zu überraschenden Ergebnissen gekommen. Ausgehend von einer Analyse der Beratungsfirma Bain müssen GM & Co. bald einen doppelten Haken verkraften: Zuerst sagen die Bain-Berater eine Rezession der US-Wirtschaft in den nächsten 12 bis 18 Monaten voraus. Danach werden so viele Babyboomer in Pension gehen, dass die Verkäufe drastisch einbrechen.

Die Autoindustrie ist nicht sehr widerstandsfähig gegenüber Schocks. GM beispielsweise war bis 2007 während 76 Jahren unangefochtener Marktleader und hatte 25 Milliarden Dollar auf der Bank. 18 Monate später war das Unternehmen pleite.

Einst wurde GM durch japanische Hersteller bedroht, die bessere und billigere Autos produzierten. Heute hingegen kommt die Konkurrenz aus dem eigenen Land, aus dem Silicon Valley. Waymo ist der Nachfolger des Google-Autos, dieses niedlichen Gefährts, das geliebt, aber nicht ernst genommen wurde. Das war dann. Inzwischen ist ein völlig neues Businessmodell entstanden, das auf selbstfahrenden Autos und selbstlernender Software basiert.

Die Bain-Studie geht davon aus, dass die Nachfrage nach selbstfahrenden Robotaxis massiv zunehmen wird. Unterstützung erhalten sie von den Autoanalysten der UBS. Sie gehen davon aus, dass 2030 der Umsatz dieses heute praktisch inexistenten Marktes zwischen 1,3 und 2,8 Billiarden Dollar liegen wird. Zum Vergleich: Heute werden weltweit jährlich Autos im Wert von 2 Billionen Dollar verkauft.

Elektroautomobilität Google Car
Elektroautomobilität Google-Car. bild: ap/ap

Das Geschäft mit Robotaxis hat wenig mit dem traditionellen Autogeschäft zu tun. Nicht mehr Motoren und Fahreigenschaften stehen im Mittelpunkt. «Die Herausforderung der Hersteller liegt darin, Expertise auf den folgenden Gebieten zu gewinnen: selbstfahrende Algorithmen, Unterhaltung im Auto, Streaming-Dienste und das Managen einer Taxi-Flotte.»

Das Knowhow der traditionellen Hersteller wird obsolet

Was diese Herausforderungen betrifft, wird Waymo allgemein als führend betrachtet. Das Knowhow der traditionellen Hersteller hingegen ist für die Google-Tochter unbedeutend geworden. Die Autos werden von Luxusherstellern wie Jaguar bestellt und danach mit der entsprechenden Software ausgerüstet.

Das Potenzial, das sich in diesem Businessmodell eröffnet, ist noch lange nicht ausgeschöpft. «Sind Robotaxis einmal im Mainstream etabliert, kann Alphabet Daten von Google Maps und Search abschöpfen, mit YouTube und Playstore Unterhaltung verkaufen, Ratschläge mit Google-Home anbieten und seine Software dazu einsetzen, die Flotte zu managen», stellt die «Financial Times» fest.

Der Autohersteller der Zukunft ist in dieser Vision jemand, der mithilfe von hoch spezialisierten Kleinunternehmen hochmoderne Autos baut. «Ich glaube, dass ein riesiges virtuelles Netzwerk von tausenden von Kleinunternehmen letztlich obsiegen wird», sagt Bob Lutz, der Grand Old Man der Autoindustrie. «Gemeinsam werden sie jeden Monolithen in die Knie zwingen.»

Und was ist mit Tesla? Elon Musk wird seine Stellung als Pionier des Elektroautos wohl nicht so schnell verlieren. Bisher hat er jedoch sein Versprechen, ein bezahlbares Auto für den Mittelstand zu produzieren, nicht eingelöst. Genau an diesem Punkt setzt VW an.

Volkswagen ist derzeit der grösste Autohersteller der Welt. Der Erfolg der Wolfsburger beruht darauf, dass sie in der Lage sind, die Modelle ihrer zwölf Marken – darunter VW, Audi, Porsche, Skoda, Seat – auf gemeinsamen Plattformen zu fertigen. Dieses Prinzip will VW nun auf die Zukunft des Elektroautos übertragen und Tesla so das Wasser abgraben.

Die Basis bildet dabei eine Plattform, genannt MEB. Bereits 2015 soll sie Ausgangspunkt von 50 Modellen sein. Es handelt sich dabei um eine Art Skateboard, das für alle künftigen Elektroautos verwendet werden kann.

VW ist bereit, Geld für diese Plattform in die Hand zu nehmen, sehr viel Geld sogar. Allein in den nächsten fünf Jahren werden für MEB 30 Milliarden Euro investiert werden. «Diese Plattform bildet das Herzstück und die Seele von allem, was Volkswagen in Zukunft auf dem Gebiet der Passagierautos machen wird», sagt Johannes Buchmann von der Beratungsfirma FEV Consulting. «Es geht dabei nicht nur bloss um das Design der neuen Autos. Es umfasst die gesamte Organisation, die Supply Chain und die Qualität der Herstellung – also praktisch alles.»

Mit MEB pokert VW hoch. Setzt sich das Elektroauto nicht durch, sind Milliarden in den Sand gesetzt worden. Doch es lockt ein grosser Gewinn. Die Wolfsburger hoffen, dass ihr Auto-Skateboard die universelle Norm der Zukunft werden wird, ähnlich wie einst VHS den Standard von allen Videogeräten bildete. Zu diesem Zweck hat VW bereits eine Allianz mit Ford geschmiedet.

Auch in Wolfsburg denkt man mittlerweile über den Tellerrand der traditionellen Autoindustrie hinaus. Zusammen mit Microsoft hat man eine Cloud erstellt, die es ermöglicht, dass Autos bald miteinander kommunizieren werden. Diese IT-Infrastruktur soll Dritten geöffnet werden. 

MEB soll zudem die Herstellungskosten massiv senken. Ein klassischer Benziner braucht heute zwischen 26 und 32 Mannstunden, bis er gefertigt ist. Bei einem Elektroauto sind es bloss 16 Stunden, Tendenz sinkend. Bis 2022 sollen bereits acht Fabriken mit MEB ausgerüstet sein. VW hofft so, bereits 2023 ein Elektroauto für 18’000 Euro auf den Markt zu bringen. Das wäre ein Drittel dessen, was man heute noch für einen Tesla hinblättern muss.

Quelle: Watson.ch


27.01.2019

Porsche verdoppelt Kapazität für erstes Elektroauto

 

Geplant waren jährlich 20 000 Exemplare des Taycan, jetzt planen die Stuttgarter in der neuen E-Autofabrik aufgrund grosser Nachfrage mit 40 000 Stück.

 

Auf Elektroautos, die es mit dem arrivierten Hersteller Tesla aufnehmen können, wartet die Automobilwelt bereits seit einigen Jahren. Nun aber naht der Markteintritt von Fahrzeugen wie Audi E-Tron Quattro, Mercedes EQC und Jaguar i-Pace, und die erste Nachfrage nach den hochpreisigen Stromlimousinen ist grösser als erwartet. 

Für die batterie-elektrische Taycan-Baureihe liess Porsche am Firmensitz in Stuttgart-Zuffenhausen ein Werk für 1200 Mitarbeiter errichten, dessen Fertigungskapazität zunächst auf 20 000 Elektroautos pro Jahr angesetzt wurde. Doch ist aufgrund der bereits rund elf Monate vor dem eigentlichen Marktstart hohen Nachfrage und der Zahl der Reservationen und Vorbestellungen offenbar ein deutlich höherer Output für den Taycan gefragt – und dies, obwohl die Preise noch gar nicht bekannt sind. 

So will die «Automobilwoche» erfahren haben, dass nun mit der doppelten Stückzahl geplant wird: 40 000 Taycan sollen pro Jahr in Zuffenhausen vom Band laufen. Damit wäre das Werk gleich zu Beginn an der Grenze ihrer Kapazität angekommen. 

Die hohe Zahl würde bedeuten, dass die viertürige elektrische Sportlimousine Taycan und ihre verschiedenen Derivate erfolgreicher wären als der berühmte Porsche 911, von dem 2018 knapp 36 000 Autos gebaut wurden. 

Zudem müsste die VW-Tochter bereits mit der Planung weiterer Fertigungskapazitäten für Batterie-Autos beginnen. Experten tippen auf das Leipziger Panamera- und Macan-Werk als wahrscheinlichste Lösung. 

Auch bei Audi bereitet man sich auf eine Kapazitätsaufstockung im belgischen Werk Brüssel für den Bau des E-Tron Quattro vor. Die bisher geplante Fertigung von stündlich 20 der Elektro-SUV (rund 70 000 Fahrzeuge pro Jahr) soll auf 24 Stück pro Stunde steigen – das wären 84 000 E-Tron Quattro jährlich.

Quelle: Herbie Schmidt / nzz.ch


23.01.2019

Batterie-Herstellung von Elektroautos nicht so dreckig wie behauptet

 

Eine Studie kam 2017 zum Schluss, dass E-Autos weniger ökologisch sind als gedacht. Jetzt ist klar: Die Daten wurden falsch interpretiert.

 

Bis 2017 galten E-Autos allgemein als sauber. Das änderte sich, als eine Studie aus Schweden verbreitet wurde. Wissenschaftler fanden raus, dass die Batterieproduktion weit dreckiger ist als angenommen.

Eine Zahl blieb vielen in Erinnerungen: 17 Tonnen CO2 soll ein Tesla-Akku bei der Herstellung in die Luft pusten. Und: Ein durchschnittliches Benzinauto könne darum acht Jahre lang fahren, bevor es die Umwelt so stark belastet habe, wie die Akku-Produktion eines Elektroautos. E-Auto-Gegner fühlten sich bestätigt.

Das Problem: Die Zahl, die um die ganze Welt ging, stand nirgends in der Studie. Sie wurde von einem Journalisten ausgerechnet, der seinen Lesern eine bessere Vergleichsmöglichkeit bieten wollte. Sein Text wurde wiederum vervielfacht und übersetzt. Die Falschmeldung nahm ihren Lauf.

Batterie eines Luxus-Sportlers

Journalisten des deutschen «Handelsblatts» haben den Fall jetzt aufgearbeitet. Und dabei mehrere Schwachstellen gefunden: So hat der schwedische Journalist mit einer 100-Kilowattstunden-Batterie eines sportlichen Tesla Model S 100D gerechnet. Doch dieser repräsentiert das typische E-Auto nicht.

Denn: Der Kompaktwagen Nissan Leaf hat eine 40-kWh-Batterie verbaut, der BMW i3 speichert 27 kWh. Der Ford Focus Electric hat eine 24 kWh-Batterie unter der Haube. Auch Tesla bietet Fahrzeuge mit 50-KWh-Batterien an.

Zweites Problem war die Formel. Der Autor des Artikels ging davon aus, dass pro Kilowattstunde Kapazität in der Herstellung 180 Kilogramm CO2 entstehen. In Wahrheit dürfte der CO2-Ausstos mindestens 30 Kilogramm tiefer sein. Zahlen liefern die Zulieferer ungern, Ausnahme ist LG: Der koreanische Mischkonzern liefert für Ford den Akku hat dessen Herstellung unter die Lupe genommen. Resultat: Die CO2-Emission betragen 140 Kilo pro Kilowattstunde Speicherkapazität.

Rechnet man so, komm die grosse Tesla-Batterie auf einen CO2-Ausstoss von 14 Tonnen. Jener des Focus Electric liegt bei 3,4 Tonnen. Selbst diese Zahl dürfte in Realität merklich tiefer sein. Die Tesla-Gigafactories laufen nämlich mit erneuerbarer Energie.

Zudem wurde in der Studie das Benzinauto beschönigt. So rechnete man, wie in Schweden üblich, Hybride und Plug-in-Fahrzeuge zu den Benzinern dazu. Das zieht den Durchschnittsverbrauch nach unten. Weiter wurde mit schwedischem Benzinmix gerechnet. Dieser besteht zu 20 Prozent aus Ökokraftstoffen, und hat dadurch die bessere Ökobilanz als das Benzin, das wir hierzulande in der Zapfsäule haben.

Quelle: nau.ch


18.01.2019

Studie zur E-Mobilität

 

In Norwegen fährt bereits jeder zweite Neuwagen elektrisch

 

Die weltweite Nachfrage nach Elektroautos und Plug-in-Hybriden ist 2018 stark gestiegen. Weltweit wurden etwa 2,1 Millionen Wagen verkauft. Doch es gibt regionale Unterschiede.

 

Immer mehr Menschen entscheiden sich für Elektroautos und Plug-in-Hybride. Einer aktuellen Studie des CAM-Instituts in Bergisch Gladbach zufolge sind vergangenes Jahr weltweit etwa 2,1 Millionen Stück verkauft worden. Ihr Marktanteil stieg demnach auf 2,4 Prozent aller Neuzulassungen. Im laufenden Jahr rechnet Institutsleiter Stefan Bratzel mit einem weiteren Zuwachs der Verkäufe auf 2,7 Millionen E-Fahrzeuge.

Treiber der Entwicklung ist laut Studie weiterhin China. Die Volksrepublik steht für 60 Prozent der weltweiten Nachfrage, so Bratzel: Gut eine Million E-Autos und 202.000 elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge seien vergangenes Jahr dort verkauft worden. Der Marktanteil sei auf 4,5 Prozent gestiegen. Im laufenden Jahr erwarte er einen weiteren Zuwachs auf 1,6 Millionen E-Fahrzeuge.

Ladeinfrastruktur als kritischer Faktor

In den USA stiegen die Verkäufe auf 361.000 E-Autos, das entspricht einem Marktanteil von 2,1 Prozent. Der neue Tesla habe dafür den Ausschlag gegeben, heißt es in der CAM-Studie. In Europa ist Norwegen mit 73.000 verkauften E-Autos der größte Absatzmarkt - jede zweite Neuzulassung in dem mit Öl reich gewordenen Land ist ein Elektroauto. In Deutschland stieg die Nachfrage auf 68.000 E-Fahrzeuge oder zwei Prozent Marktanteil, in Großbritannien auf 60.000, in Frankreich auf 46.000.

Elektroautomobilität, Elektroauto im internationalen Vergleich
Elektroautomobilität im internationalen Vergleich

Mit der Einführung neuer E-Modelle von Tesla, Audi und Daimler rechnet Bratzel im laufenden Jahr in Deutschland mit 90.000 neu zugelassenen E-Autos. Die Produktion der Wagen stellt viele Autokonzerne vor Probleme. VW hatte zuletzt angekündigt, wegen des Umstiegs vom Verbrennungsmotor bis zu 7000 Stellen streichen zu wollen.

Ein größerer Sprung in der E-Auto-Produktion ist laut CAM-Studie erst ab 2020 zu erwarten, weil dann viele Hersteller neue E-Autos auf den Markt bringen. Außerdem zwingen die EU-Klimavorgaben die Autobauer dann, ihre CO2-Werte mit Elektroautos zu senken.

Die Ladeinfrastruktur sei allerdings ein kritischer Faktor, heißt es in der Studie. Unternehmen denken unter anderem darüber nach, Powerbanks für Elektroautos zu entwickeln.

Quelle: Spiegel online


16.01.2019

Wer ein E-Auto kauft, erhält einen Zuschuss – doch kaum jemand will die Subventionen

 

Der E-Auto-Boom lies 2018 auf sich warten. Die Fördergelder für Käufer von Elektroautos blieben daher grössteneils in der Kasse. Das könnte sich nun aber ändern.

 

Die Schweiz wird mit dem Elektromotor nicht warm. Gerade mal 5408 neue Elektroautos wurden im vergangenen Jahr bei den Strassenverkehrsämtern der Kantone angemeldet. Das entspricht bei insgesamt 300'000 Neuzulassungen einem Marktanteil von 1.8 Prozent. Der Kanton Thurgau will das Steuer nun herumreissen. Neu bezuschusst er den Kauf von Elektroautos mit 4000 Franken. Damit drückt ausgerechnet ein ländlicher und bürgerlich-dominierter Kanton bei einem eher urbanen und grünen Thema aufs Gas.

Dementsprechend begeistert ist der Waadtländer SP-Nationalrat Roger Nordmann. Er überlegt, das Thurgauer Modell bei erfolgreichem Verlauf auf der nationalen Ebene einzubringen. Er würde es aber vorziehen, den Elektroautozuschuss statt aus kantonalen oder kommunalen Energiefonds aus Geldern der Treibstoffkompensation zu bezahlen. Das sind Abgaben der Importeure von Diesel, Erdgas, Benzin und entsprechenden Rohstoffen.

 

Politiker sind skeptisch

Nordmann erinnert zudem an die CO2-Vorschriften für Autoimporteure. Diese müssen einen Durchschnittswert einhalten. Mit jedem verkauften Elektroauto steigt das CO2-Budget für den Verkauf von klassischen Geländewagen. «Diese Kompensationsmöglichkeit hebt die Wirkung von Subventionen teileweise wieder auf», rechnet Nordmann vor. Trotzdem begrüsst er das Thurgauer Modell.

Anderer Meinung ist der Aargauer FDP-Nationalrat Thierry Burkart. «Subventionen führen nur dazu, dass Lenker, die sich ohnehin ein Elektroauto kaufen wollten, das Geld abholen.» Wegen ein paar tausend Franken werde niemand sich für einen anderen Antrieb entscheiden, sagt der Vizepräsident des Touring Club Schweiz.

Weil Elektrofahrzeuge nun konkurrenzfähig seien, brauche es «weder Subventionen noch Sonderrechte». Die Politik solle lediglich die Rahmenbedingungen für die Elektromobilität festlegen. Nötig sei ein unbürokratischer und hindernisfreier Aufbau der Ladeinfrastruktur.

Ähnlich sieht es der Berner GLP-Nationalrat Jürg Grossen. Er ist dagegen, dass Individualverkehr staatlich gefördert wird. «Und wenn, dann sollte das intelligent gemacht werden, zum Beispiel, indem die Ladeinfrastruktur aus den CO2-Abgaben oder den Strafzahlungen für verfehlte Flottenziele der Autoimporteure finanziert werden.»

 

Fördergelder für E-Autos werden kaum abgeholt

Politiker haben ihre Überzeugungen. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Bisher wurden Subventionen für Elektroautos mässig genutzt. Dies zeigt ein Blick nach Basel und St. Gallen. Beide Städte sind Pioniere in Sachen Elektromobilität.

In Basel können Taxihalter seit April 2017 bis zu 10'000 Franken aus einem kantonalen Energiefonds beziehen, wenn sie ein Elektroauto anschaffen. Für die Subventionierung solcher Elektrotaxis gilt ein Kostendach von 900'000 Franken.

Bisher wurden aber erst knapp 20'000 Franken abgeholt: einmal für einen Tesla und einmal für einen Opel. Dominik Keller, stellvertretender Amtsleiter des Umwelt-Departements des Kantons Basel-Stadt, erklärt sich die Zurückhaltung der Täxeler mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation. Zudem gebe es Probleme mit Reichweite und Lademöglichkeiten der Fahrzeuge. Die Aktion läuft noch bis zum 31. Dezember 2020. Mag sein, dass Taxis ein Spezialfall sind, doch bei den Privaten sieht es nicht besser aus. Das zeigt das Beispiel der Stadt St. Gallen.

Diejenigen der 75'522 St. Galler, die einen Fahrausweis haben, können sich seit 2015 bis zu 5000 Franken abholen, wenn sie sich für ein Elektroauto entscheiden. Ein Kostendach ist keines vorgesehen. Und es ist auch nicht nötig. Denn bisher machten nur 22 Personen von dem Angebot Gebrauch. Nur wenig mehr Interesse zeigte bisher das Gewerbe. 67 Fahrzeuge wurden bisher bezuschusst. Insgesamt holten sich die St. Galler 358'653 Franken ab.

 

Sorgt der Tesla 3 für Boom?

Gehen die Subventionen also an den Bedürfnissen der Lenker vorbei? Das wird erst die Zukunft zeigen. Neue Trends brauchen Zeit, bis sie sich durchsetzen. Bisher war die Auswahl an erschwinglichen Fahrzeugen begrenzt. Der Tesla – die Ikone unter den Elektroautos – lag bisher ausserhalb des Budgets der Normalverbraucher. In St. Gallen waren die teuren Modelle zudem von der Bezuschussung ausgeschlossen. Subventioniert werden nur Autos bis zum Preis von 60'000 Franken.

Seit vergangener Woche ist nun der Tesla 3 in die Schweiz lieferbar. Dies könnte die Zahl der Elektrofahrzeuge auf den Schweizer Strassen erhöhen. Denn dieses Modell ist schon ab einem Preis um die 60'000 Franken zu haben. Das Interesse ist gross. Zumindest wenn man der Autoverkäuferin von Tesla glaubt, die in Amsterdam das Telefon abnimmt. Sie müsse dauernd darum bitten, dass Kunden Hochdeutsch statt Schweizerdeutsch sprächen. Offizielle Verkaufszahlen gibt Tesla nicht bekannt. Gemäss Fredy Zaugg von der Dienstabteilung Umwelt und Energie der Stadt St. Gallen seien schon die ersten Anträge für den Tesla 3 eingegangen.

Quelle: watson.ch


11.01.2019

Tesla nimmt günstige Model S und Model X aus dem Angebot

 

Tesla nimmt die Basisversionen des Model S und des Model X aus dem Programm. Wer noch eines der Elektroautos mit dem 75-Kilowattstunden-Akkuhaben möchte, muss sich schnell entscheiden.

Die Teslas werden teurer: Der US-Elektroautohersteller hat angekündigt, die Basisversion des Model S und des Model X aus dem Angebot zu nehmen. Damit werden die Elektroautos deutlich teurer.

Tesla streicht bei beiden Fahrzeugen die Version mit dem kleineren Akku, der eine Kapazität von 75 Kilowattstunden (kWh) hat. Das hat Tesla-Chef Elon Musk über Twitter angekündigt. Die Umstellung kommt kurzfristig: Die 75-kWh-Modelle sollen bereits am kommenden Montag aus den Programm verschwinden. Tesla nehme Bestellungen noch bis einschließlich Sonntagnacht entgegen, sagte Musk. Eine Begründung für die Maßnahme lieferte er nicht.

Ab kommender Woche wird es Model S wie Model X dann nur noch mit einem 100-kWh-Akku geben. Das Model S startet dann bei gut 108.000 Euro statt bei 69.000 Euro. Das günstigste Model X kostet dann 115.000 Euro - bisher lag der Einstiegspreis bei gut 97.000 Euro.

Es ist nicht das erste Mal, dass Tesla die Modellpalette nach oben korrigiert: 2016 hatte das Unternehmen die Version des Model X mit einem 60-kWh-Akku, die gut 12.000 Euro weniger kostete als die 75-kWh-Variante, aus dem Programm genommen.


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